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Ernährungskrise

Klimawandel – Kein Mythos, sondern Realität

Gerade die Ärmsten sind vom Klimawandel betroffen. Foto: Jörg Böthling

Die Wetterextreme nehmen zu: Dürren, Trockenheit, Überschwemmungen und Wirbelstürme führen zu Ernteausfällen und Hungersnöten. Die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen, besonders in den Entwicklungsländern, sind durch die Folgen des Klimawandels stark gefährdet. Gerade die Ärmsten sind existenziell betroffen: Sie haben kaum die Möglichkeit, angemessen zu reagieren, um die Folgen abzumildern.

Wie wirkt sich der Klimawandel aus?
Der Überblick des Weltklimarats IPCC über die derzeit verfügbaren Studien zeigt eindeutig: Es gibt einen signifikanten Trend der Erwärmung rund um den Globus. Zwar fallen die Klimaveränderungen regional unterschiedlich aus, doch sind sie mit über 90prozentiger Gewissheit vor allem durch menschengemachte Treibhausgase verursacht. Je nachdem, um wie viele Grad Celsius sich die Erde erwärmen wird, werden unterschiedliche regionale Szenarien beschrieben. Bei einem Temperaturanstieg von 1-3 Grad Celsius

  • führen Trockenheit und Überschwemmungen zu Ernteausfällen und Hungersnöten.
  • verschwinden in Afrika Grasflächen an den Rändern der Wüste.
  • wird Wasser weltweit immer knapper durch die Bewässerung für Agrarexportprodukte. Allein bis 2020 wird erwartet, dass durch den Klimawandel zwischen 75 und 250 Millionen Menschen in Afrika gravierende Probleme beim Zugang zu Wasser haben werden.
  • werden die Ernteerträge für wichtige Grundnahrungsmittel wie etwa Reis bei weniger Wasser und steigenden Temperaturen geringer.
    lässt der Anstieg des Meeresspiegels fruchtbare Küstenregionen verschwinden.

Was ist Klimagerechtigkeit?
Bereits heute ist deutlich, dass die Industrieländer, die durch die Emission von Treibhausgasen am stärksten zum Klimawandel beigetragen haben, nicht die Hauptlast der Folgen des Klimawandels zu tragen haben. Auch Deutschland gehört zu den Hauptverursachern: Der Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen liegt um das 2,5fache über dem globalen Durchschnitt. Klimagerechtes Handeln heißt, dass die Industrieländer ihre Verantwortung für die Auswirkungen des Klimawandels wahrnehmen, ihren Treibgasausstoß signifikant vermindern und die betroffenen Entwicklungsländer bei dabei unterstützen, klimafreundliche Politiken zu entwickeln. Dabei werden unter anderem Kompensationsmaßnahmen diskutiert, verbindliche ökologische und soziale Verhaltenskodizes sowie Haftungsregelungen für klimaschädliche transnationale Unternehmen.

Klimagerechtigkeit und Ernährungssicherheit
Eine gemeinsame Studie von "Brot für die Welt", der Diakonie Katastrophenhilfe und Germanwatch zum Thema Klimawandel und Ernährungssicherheit zeigt auf, dass die Veränderungen in der Folge des Klimawandels besonders in den Ländern weitreichend sein werden, in denen ein großer Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt. Die meisten davon sind Entwicklungsländer. Die Menschen im ländlichen Raum, die bislang bereits benachteiligt sind, werden am stärksten vom klimabedingten Anstieg von Hungerkrisen und Armut bedroht –unter anderem, weil sie über wenig produktive Ressourcen wie Wasser und Land verfügen. Die ländlichen Entwicklungsstrategien müssen daher einer gründlichen Revision unterzogen werden. Dabei  kommt es darauf an, marginalisierte Bevölkerungsgruppen dabei zu unterstützen, Anpassungsstrategien zu entwickeln, um auf klimabedingte Veränderungen zu reagieren.

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