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Costa Rica: Ein Bauer spritzt beim konventionellen Landbau Kartoffeln mit Düngemittel. Foto: Thomas Lohnes
Nicht nur die Ernährungssituation in weit entfernten Ländern ist bedenklich. Auch hier, direkt unter uns, steigen Ernährungsprobleme enorm an.
Etwa 30 Prozent aller Krankheiten gelten inzwischen als ernährungsbedingt. Wir essen zu viel, zu süß und zu fett. So erhob das Statistische Bundesamt Wiesbaden in seinem Mikrozensus 2005, dass die Deutschen immer dicker werden. 58 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen in Deutschland bringen bereits zu viel auf die Waage. Besonders alarmierend ist das Übergewicht bei Kindern in der Bundesrepublik. Etwa 20 Prozent gelten als übergewichtig. Die Tendenz ist steigend.
Lebensmittelskandale und Qualitätseinbußen
Gleichzeitig sinkt die Qualität der Nahrungsmittel. Lebensmittelskandale mit Gammelfleisch, BSE, Rückständen von Pestiziden und Antibiotika und die Angst vor gentechnisch veränderten Organismen erschüttern das Vertrauen der Verbraucher in ihre Nahrungsmittel. Die Verbraucherzentrale weist auf gravierende Mängel bei der Sicherheit importierter Lebensmittel hin.
Die Problemursachen müssten allerdings bereits in der Produktion angegangen werden: "Solange sich der massive Einsatz von Pestiziden und Antibiotika bei der Lebensmittelproduktion auszahlt, solange Tierschutz ein Fremdwort ist, werden wir mit Kontrollen allein nicht weiterkommen", sagte die Vorsitzende der Verbraucherzentrale Edda Müller.
Dies alles ist auf ein Wirtschaftsmodell zurückzuführen, das soziale und ökologische Kriterien zu wenig berücksichtigt und häufig negative Folgen hat: Für diejenigen, die Nahrungsmittel herstellen, und diejenigen, die die Nahrungsmittel konsumieren.