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Bangladesch: Ein Kind im Dorf Nolian beim Essen. Foto: Jörg Böthling
Um den Kampf gegen den Hunger in der Welt ging es 1996 auf dem ersten Welternährungsgipfel der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, kurz FAO, in Rom.
Vertreter von 185 Nationen nahmen daran teil. Am Ende des Gipfels wurde ein Aktionsplan zur Welternährung verabschiedet, der mit sieben Selbstverpflichtungserklärungen dazu beitragen soll, den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung spätestens bis zum Jahr 2015 zu halbieren.
Unter anderem sollen geeignete politische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Beseitigung der Armut geschaffen werden. Eine Politik zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit, zur Förderung der ländlichen Entwicklung und zur sicheren Versorgung aller Menschen mit Nahrungsmitteln, die ausgewogen und gesundheitlich unbedenklich sind, soll umgesetzt werden. Außerdem soll ein faires und marktorientiertes Welthandelssystem gefördert werden, das zur Erhöhung der Ernährungssicherheit für alle beiträgt.
Guter Start – ernüchterndes Ergebnis
Mit dem Welternährungsgipfel von 1996 in Rom schien ein Durchbruch gelungen: Entgegen der üblichen Konferenzrhetorik der Hungerbekämpfung schien ein ernster politischer Wille sichtbar, bis zum Jahr 2015 die Anzahl der Hungernden zu halbieren. Der Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen wie das Aktionsprogramm 2015 der Bundesregierung griffen diese Forderung auf und ließen weitere Hoffnungen keimen, dass der Kampf gegen den Hunger eine neue Dynamik entfachen könne.
Auf verschiedenen Folgekonferenzen, etwa dem zweiten Welternährungsgipfel "Rom+5" und dem Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg, wurde das Ziel bestätigt, den Hunger bis 2015 zu halbieren. Die Bilanz nach einem Jahrzehnt Konferenzmarathon ist ernüchternd. Seit dem ersten Welternährungsgipfel 1996 ist die Anzahl der Hungernden um 12 Millionen gestiegen. Eine grundlegende Änderung der Handelspolitik, die die Durchsetzung des Rechts auf Nahrung an erster Stelle in ihren Zielkatalog aufnimmt, ist nicht in Sicht.