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niemand is(s)t für sich allein
Ernährungskrise

Hunger ist ein Verteilungsproblem

Eine Familie in Äthiopien vor dem Feld, von dem sie sich ernähren muss. Foto: Christoph Püschner

2002 rechnet die FAO in ihrem Bericht „Stand der Ernährungsunsicherheit in der Welt“ vor, dass die derzeitige Menge an Nahrungsmitteln ausreichen würde, um 12 Milliarden Menschen, also fast das doppelte der Weltbevölkerung, mit durchschnittlich 2100 Kilokalorien zu versorgen.

Auch wenn die Medien ein anderes Bild vermitteln: Hunger ist im 21. Jahrhundert also in den wenigsten Fällen die Folge einer Knappheit von Nahrungsmitteln. Im Gegenteil: Noch nie zuvor waren Lebensmittel in solchem Überfluss vorhanden. Nur 10 Prozent der Hungernden, so schätzt man, hungern als Folge von Missernten, Naturkatastrophen oder Krieg.

Hunger ist daher kein naturgegebenes Phänomen, sondern die Konsequenz aus einer Serie von ethisch und moralisch nicht zu verantwortenden politischen und wirtschaftlichen Fehlentscheidungen. Schuld daran ist ein komplexes Geflecht von sozialen, politischen und ökonomischen Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass Nahrung nicht zu denjenigen gelangt, die sie brauchen.

Die Schere zwischen arm und reich geht weltweit auf

  • 1990 verdienten die reichsten 20 Prozent der Weltbevölkerung 60-mal so viel wie die ärmsten 20 Prozent; 1997 war es schon 74-mal so viel und heute ist es das 90fache.
  • Weltweit müssen 1,15 Milliarden Menschen von weniger als einem Dollar täglich überleben (umgerechnet in lokale Kaufkraft).
  • Das reichste Fünftel der Weltbevölkerung verbraucht 16-mal so viel Nahrung wie das ärmste Fünftel.
  • Stellte Afrika 1980 noch sechs Prozent des Weltexports, so ist sein Anteil im Jahr 2002 auf nur zwei Prozent gesunken. 2001 war der Wert der Exporte aller afrikanischen Länder südlich der Sahara nur wenig höher als der Wert der Exporte der Schweiz.
  • Wenn die reichsten 10% der Weltbevölkerung 1,6% ihres Einkommens abgeben würden, könnten 1 Milliarde Menschen über die Schwelle der extremen Armut gehoben werden.

Quelle: Aktionsprogramm 2015 der Bundesregierung und UNDP Bericht über die menschliche Entwicklung 2005.

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