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Ernährungskrise

Explodierende Preise für Grundnahrungsmittel lassen die Anzahl der Hungernden weiter steigen. Weltweit hungern mehr als 870 Millionen Menschen. Foto: Uli Reinhardt

Im bitteren Widerspruch zu dem Versprechen der Vereinten Nationen, die Anzahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, steigt der Hunger weltweit weiter an. Grund dafür ist auch der rasante Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2008 hat sich der Preis von Reis, Mais und Weizen nahezu verdoppelt. Dadurch reichte das Einkommen vieler armer Menschen nicht mehr aus, um Grundnahrungsmittel zu kaufen. In mehr als 30 Ländern zu Hungerrevolten, etwa in Haiti, Panama, Burkina Faso, Ägypten und Indonesien.

Gründe für den Preisanstieg

  • Immer mehr Grundnahrungsmittel, etwa Getreide, Soja und Zucker, werden zu Treibstoffen verarbeitet.
  • Klimabedingte Naturkatastrophen führen zu schlechten Ernteergebnissen.
  • Der hohe Ölpreis trieb die Kosten für die Produktion und den Transport von Lebensmitteln nach oben.
  • Der weltweit steigende Konsum von Fleisch erfordert immer mehr Flächen für Futtermittel.

Ohne genügend Geld für Hilfsprogramme drohten "weit verbreiteter Hunger, Mangelernährung und soziale Unruhen in noch nie da gewesenem Ausmaß", warnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, nach Beratungen von 27 UN-Institutionen über die hohen Nahrungsmittelpreise im April 2008. Ban setzte eine internationale Arbeitsgruppe ein, die Sofortmaßnahmen koordinieren und längerfristige Strategien zur Hungerbekämpfung entwerfen solle. Wenige Monate später, im Juni 2008, später diskutierten hochrangige Experten auf dem einer FAO-Konferenz in Rom über die Nahrungsmittelkrise.

Weichenstellung für eine verantwortliche Politik gegen den Hunger
"Die derzeitige Krise bietet die Chance, die Weichen für eine verantwortliche Politik im Bereich Landwirtschaft und Agrarhandel zu stellen", betont Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von "Brot für die Welt" und fordert die Bundesregierung auf, in Europa eine Führungsrolle bei der weltweiten Hungerbekämpfung zu übernehmen. In einer gemeinsamen Presseerklärung zogen die Entwicklungswerke "Brot für die Welt", der Evangelische Entwicklungsdienst sowie die Menschenrechtsorganisation FIAN eine ernüchternde Bilanz des internationalen Krisenmanagements: Die alten Rezepte, die Märkte des Südens weiter zu öffnen, Importe durch Entwicklungsgelder zu subventionieren und technische Lösungen wie eine neue Grüne Revolution hätten den Hunger in der Vergangenheit nicht bekämpfen können, die aktuelle Krise teilweise sogar mit verursacht. Die im Rahmen der Vereinten Nationen bereits ergriffenen und angekündigten Maßnahmen blieben angesichts des ungelösten Hungerproblems in skandalöser Weise hinter den Erfordernissen zurück.

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