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Regulierung des Agrarmarkts

Globalisierung des Lebensmittelmarkts

Indien: Frau bei der Reisernte. Foto: Paul Jeffrey

Das internationale Handels-Monopoly ist für bäuerliche Produzenten und für Verbraucher längst nicht mehr durchschaubar. Für die kleinbäuerliche Landwirtschaft wird es derweil weltweit immer schwieriger, überhaupt Zugang zur Wertschöpfungskette des Agrobusiness zu bekommen. Denn große Konzerne und hohe Umschlagsmengen erfordern große Betriebseinheiten, die einen gleichbleibenden Qualitätsstandard garantieren können.

Globalisierung des Lebensmittelmarkts
Das internationale Handels-Monopoly ist für bäuerliche Produzenten und für Verbraucher längst nicht mehr durchschaubar. Für die kleinbäuerliche Landwirtschaft wird es weltweit immer schwieriger, überhaupt Zugang zur Wertschöpfungskette des Agrobusiness zu bekommen. Denn die hohen Umschlagsmengen der großen Konzerne erfordern große Betriebseinheiten, die einen gleichbleibenden Qualitätsstandard garantieren können.

Globales Sortiment der Giganten
Die großen Lebensmittelkonzerne haben ihr Sortiment weltweit auf einige zukunftsträchtige Warengruppen fokussiert, die fast überall auf der Welt unter den eingeführten Markennamen und in ähnlich gestalteter Verpackung erhältlich sind. Weltweit steigt die Marktmacht der transnationalen Konzerne im Lebensmittelsektor stetig an. Chiquita und Dole vermarkten 50 Prozent der weltweit gehandelten Bananen, fünf transnationale Konzerne haben rund 90 Prozent des Weltgetreidehandels in ihrer Hand.

Konzentrationsprozess in der Vermarktung
Auch im Bereich des Einzelhandels bringt der Einfluss international operierender Vermarktungsketten große Veränderungen. Zusammen mit den Discountern Aldi und Lidl erreichen die drei großen Handelsketten Metro, Edeka und Rewe in Deutschland derzeit einen Marktanteil von etwa 80 Prozent. Zudem bringen Konzerne zunehmend die verschiedenen Phasen der Wertschöpfungskette unter ihre Kontrolle. In Deutschland wird beispielsweise bereits ein Viertel des Gemüses im Vertragsanbau produziert – der Konzern, der das Gemüse vermarktet, bestimmt bereits, welches Saatgut verwendet wird, wie es angebaut, transportiert, weiterverarbeitet und verpackt wird.

Ökologische und soziale Folgekosten
Eine jüngst veröffentlichte Studie von Oxfam führt aus, unter welche sozialen und ökologischen Bedingungen die in Deutschland in den großen Handelsketten und Discountern verkauften Bananen und Ananas hergestellt werden: Die Arbeiterinnen und Arbeiter erhalten Hungerlöhne, Arbeitsrechte werden verletzt, die Gewerkschaftsbildung systematisch eingeschränkt. Die Supermärkte setzen ihre Einkaufsmacht massiv dazu ein, die Lieferanten im Preis zu drücken. Der Preisdruck führt dazu, dass die Lieferanten in Entwicklungsländern Arbeits- und Menschenrechte verletzen, um in dem harten Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Die ökologischen Folgen von Monokultur und Spritzmitteleinsatz sind immens.

Supermarktketten weltweit im Vormarsch
Der weltweite Einfluss der Supermarktketten wächst seit Mitte der 1990er Jahre rasant. Eine Entwicklung, die in Europa fünf Jahrzehnte brauchte, hat sich zum Beispiel in Lateinamerika und einzelnen Ländern Asiens innerhalb nur eines Jahrzehnts vollzogen. In Mexiko kontrolliert allein der US-amerikanische Konzern Wal-Mart bereits 40 Prozent des Lebensmittelhandels. In Korea, Chile, Costa Rica und Philippinen und im städtischen China werden nach einer Studie des Evangelischen Entwicklungsdienstes bereits rund 50 Prozent aller Lebensmittel im Supermarkt eingekauft, in Brasilien sind es gar 75 Prozent. Die Handelspraktiken der Ketten ähneln sich, ebenso wie die Strategien im Ungang mit den Lieferanten. Dementsprechend sinkt die Bedeutung der bäuerlichen Landwirtschaft in den jeweiligen Ländern.

Kontrollverlust der Politik
Die Politik kann das weltweite Agrobusiness kaum noch kontrollieren. Hauptakteure des internationalen Handels sind längst nicht mehr Staaten, sondern transnationale Konzerne mit Vertretungen in vielen Ländern, die internationale Regelungen, nationale Schlupflöcher und Ausnahmebestimmungen genauestens kennen – und für ihre Unternehmensziele zu nutzen wissen.

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