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niemand is(s)t für sich allein
Regulierung des Agrarmarkts

Macht der Konzerne

Zehn Konzerne kontrollieren über 50 Prozent des weltweiten Saatguthandels.

Durch Fusionen und Übernahmen nimmt die Macht weniger global agierender Wirtschaftsunternehmen im internationalen Handel stetig zu. Durch Ausdehnung auf die gesamte Wertschöpfungskette sichern sie sich eine beherrschende Stellung im Markt – bei der Mehrzahl der Agrarprodukte sind nur noch drei bis sechs Handelshäuser am weltweiten Handel beteiligt. Auch in der Zulieferindustrie, beispielsweise bei Saatgut, schreitet die Konzentration immer weiter voran.

Die Konzentration im Markt beschert den KonsumentInnen in den wohlhabenden Ländern zwar billige Preise, birgt aber auch enorme Risiken – wie zum Beispiel den Kontrollverlust über Qualität und Angebotspalette von Lebensmitteln oder den Gestaltungsspielraum von Lebens- und Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum.

Unfaire Spielregeln: Beispiel Sri Lanka
In Sri Lanka wird immer mehr Land an ausländische Investoren und internationale Konzerne vergeben. Den einheimischen Bauern bleibt nur noch, für diese Firmen zu arbeiten oder das Feld zu räumen. "Die Öffnung des Marktes hat auch nach über 20 Jahren keines der großen Probleme Sri Lankas lösen können", schrieb die Organisation MONLAR an "Brot für die Welt". Wie viele Entwicklungsländer verfolgt die Regierung Sri Lankas eine ausgesprochen konzernfreundliche Politik und erhofft sich davon Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Investitionen in die Infrastruktur. Die Folge waren jedoch der Anstieg von Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger auf dem Land.

Die "global players" haben eine große Gestaltungsmacht im internationalen Handel. Formal sitzen sie zwar nicht an den Verhandlungstischen der WTO, üben aber mit gut ausgestatteten Lobbybudgets de facto Einfluss auf die Politik der EU und die Agrarpolitik von Entwicklungsländern aus. Daher fordern zahlreiche Nicht-Regierungsorganisationen, dass internationale Handelsregeln künftig die tatsächlichen Bedingungen widerspiegeln müssten – und nicht theoretische Annahmen von effizienten Märkten und freiem Wettbewerb. Nur so könne man Marktverzerrungen in den Griff bekommen.

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