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In Entwicklungsländern werden pro Person im Jahr durchschnittlich 30 Kilo Fleisch verzehrt, in den Industrieländern etwa 80 Kilo. Foto: BLE, Bonn/Thomas Stephan
Im Jahr 2004 wurden auf der ganzen Welt geschätzte 258 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Gründe dafür sind Bevölkerungswachstum und eine Umstellung von Ernährungsgewohnheiten durch wachsendes Einkommen – mit der Kaufkraft wächst auch der Fleischverzehr.
In Entwicklungsländern werden pro Person im Jahr durchschnittlich 30 Kilo Fleisch verzehrt, in den Industrieländern etwa 80 Kilo. Davon sind in Deutschland etwa zwei Drittel Schweinefleisch. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, werden je nach Sorte 7 bis 16 Kilogramm Getreide benötigt. Alternativ könnten auf der dafür beanspruchten Fläche im selben Zeitraum 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln geerntet werden. Darüber hinaus sind die Umweltbelastungen der Viehzucht sehr hoch: die Viehwirtschaft erzeugt weltweit mehr Treibhausgas als der gesamte Verkehrssektor und verbraucht enorme Mengen an Wasser.
Für die weltweite Ernährungssicherung ist der anhaltend steigende Fleischkonsum daher fatal. Die Viehzucht beansprucht Ackerflächen, die dringend zur Produktion von Grundnahrungsmitteln benötigt würden. Derzeit werden auf einem Drittel der weltweit verfügbaren Ackerfläche Futtermittel angebaut. Somit ist die Viehzucht bereits der größte Landnutzer der Erde. Knapp die Hälfte der globalen Getreideernte und 90 Prozent der jährlichen Erträge von Sojabohnen landen in den Trögen der weltweit 20 Milliarden Nutztiere. In vielen Regionen, insbesondere in den Tropen, verschwanden deshalb die Wälder.
Quellen: u.a. APRODEV/EED/ICCO Agro Export Project, Fact sheet: Pigmeat exports to Sub-Saharan Africa excluding South Africa, Brussels May 2008 und LEAD/FAO: livestock´s long shadow: environmental issues and options, Rom 2006