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Kenianische Bäuerinnen bei der Ernte. Foto: Christof Krackhardt
In der Provinz Nyanza im Südwesten Kenias gehört Hunger zum Alltag. Die meisten Menschen in der Region leben hauptsächlich von der Landwirtschaft.
Die Gegend gilt als rückständig. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 44 Jahren, zehn Jahre weniger als im Landesdurchschnitt. Die Hauptursachen dafür sind Hunger, Armut und HIV/Aids.
Mit Ochsen und Pflug die Ernährung verbessern
Killion Aluoch Ogaga hat an einer landwirtschaftlichen Fortbildung der kirchlichen Entwicklungsagentur IDCCS (Inter Diocesan Christian Community Services) teilgenommen. "Seit dem Workshop hat sich Einiges verändert. Ich habe nicht nur höhere Erträge erzielt, sondern auch erstaunlicherweise eine bessere Qualität geerntet. Das Regenwasser speichern wir jetzt in einem flachen Wasserauffangbecken und bewässern damit unseren neuen Gemüsegarten. Außerdem nutze ich mittlerweile die Kraft des Ochsen zum Pflügen und regelmäßigen Jäten, anstatt meine Felder mühsam mit der Hacke zu beackern", berichtet Killion.
Hungerbekämpfung durch nachhaltige Landwirtschaft
IDCCS, langjährige Partnerorganisation von "Brot für die Welt", steht in der Region vor besonderen Herausforderungen. Weniger als die Hälfte der Provinzbevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Hinzu kommt ein Mangel an Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Die Bauern können den ausgelaugten Böden nur noch spärliche Erträge abringen, die bei weitem nicht ausreichen, um alle satt zu machen. Im Rahmen seines Integrierten Ländlichen Entwicklungsprogramms fördert IDCCS daher unter anderem den standortgerechten Landbau.
Zunächst arbeitet IDCCS mit der jeweiligen Dorfgemeinschaft einen Entwicklungsplan aus. Landwirtschaft und damit die Ernährungssicherheit haben meist oberste Priorität. Mit Fortbildungsangeboten begleiten Fachleute von IDCCS die Gemeinden mehrere Jahre lang und stehen ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Durch die systematische Schulung der Bauern und ihrer Familien verbessern sich deren landwirtschaftliche Kenntnisse, so dass sogar ein Teil der Ernte verkauft werden kann. Für viele Menschen, die bei IDCCS eine Schulung besucht haben, hat sich auf diese Weise der Lebensstandard deutlich verbessert.
Milch verkaufen für mehr Bildung
So auch für Diana Omodi aus Homa Bay. Nach einem Training für nachhaltige Landwirtschaft und Milchviehhaltung erwirtschaftet sie mittlerweile Überschüsse. Die einst schüchterne Bäuerin ist heute stolz auf den Erlös, den sie aus dem Verkauf von Milch erzielt: "Damit kann ich endlich das Schulgeld meiner Kinder bezahlen."