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Stimmen aus Bangladesch

Frauen beraten neue Anbaumethoden

Sieben Rezepte für eine weltweite Ernährungssicherheit hat Farida Akhter, die Leiterin des Projektes „Nayakrishi Andolon“ in Dhaka, Bangladesch, zusammengestellt. Die Bauernbewegung steht für eine neue Landwirtschaft und hat sich zum Ziel gesetzt, gesunde Nahrung herzustellen und die Umwelt zu schützen.

Das erste Rezept:
Wir lernen die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen unserer eigenen Eßgewohnheiten kennen.

Das zweite Rezept:
Wir unterstützen und stärken die Gemeinschaften, die sowohl auf Haushalts- und Dorfebene genügend Nahrungsmittel produzieren können und erkennen an, dass sie das Recht auf einen eigenen Lebensstil haben.

Das dritte Rezept:
Wir müssen die Vielfalt in der Nahrungsmittelerzeugung fördern und das Wissen schützen, das diese Vielfalt hervorbringt.

Das vierte Rezept:
Wir sagen laut deutlich "Nein" zu den Privatisierungsprozessen und der Kommerzialisierung von Nahrungsmitteln als Profitgüter durch transnationale Konzerne. Das wichtigste Anliegen in unserer Zeit ist es darauf zu achten, dass Nahrungsmittel entsprechend ihres Standortes und unter der Kontrolle der örtlichen Gemeinschaften angebaut werden.

Das fünfte Rezept:
Die rassistisch geprägte Annahme, dass gewisse Kulturen aus Mangel an Kenntnissen über Nahrungsmittel ihr Leben und Notsituationen nicht meistern können, muss ausgemerzt werden. Es ist vielmehr eine Tatsache, dass die Grundlage für ein gesundes Leben durch Monokulturen zerstört wurde.

Das sechste Rezept:
Wir fördern die gemeinschaftliche Landnutzung und setzen uns für das Recht der Menschen ein, wild wachsende Pflanzen und/oder nicht geerntete Nahrungsmittel zur Sicherung ihres Lebensunterhalts einzubringen.

Das siebte Rezept:
Wir verwahren uns gegen den arroganten Anspruch, dass industriell produzierte Nahrung der einzige Weg ist, Nahrungsmittel herzustellen. Die Zukunftsfähigkeit der Welt wird sich dadurch erweisen, ob wir zu gemeinschaftlichen Teilen und Geben fähig sind, und nicht der Gier nach Besitz und Erwerb von Ressourcen für den privaten Gebrauch erliegen.

Quelle: Tischrede von Farida Akkther bei einer der ersten Aktionen des "Brot für die Welt" Projektes "Mahlzeit" zeitgleich zum Welternährungsgipfel 1996

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