| || Home > Fachinformationen > Mehr zum Thema > Gesichter des Hungers |

Was Hunger und Armut im Alltag bedeuten, machen Portraits betroffener Menschen in diesem Buch deutlich.
"Gesichter des Hungers" heißt eine aktuelle Studie, die "Brot für die Welt" vorgestellt hat. Sie zeigt anhand zahlreicher Einzelschicksale, wie Hunger und Armut das Leben von Menschen prägen.
Die Studie basiert auf Erkenntnissen von Untersuchungen, die "Brot für die Welt" in elf Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas in Auftrag gegeben hat. Untersucht wurden die Ursachen des Hungers und die Wirksamkeit unterschiedlicher Maßnahmen zu seiner Bekämpfung. Konzepte wie Gentechnik, ökologische Landwirtschaft und nachhaltiger Landbau, die Liberalisierung des Agrarmarktes und der Abbau von Agrarsubventionen in der Europäischen Union werden vorgestellt und kritisch diskutiert.
Vielfältige Ursachen für Hunger
Die Hungernden sind keine homogene Gruppe, so ein Ergebnis des Reports. Junge, arbeitsfähige Bevölkerungsgruppen gehören dazu ebenso wie Menschen ohne Selbsthilfepotenzial wie Flüchtlinge oder Aids-Waisen. Die Ursachen für Hunger und seine Erscheinungsformen sind vielfältig. Es kann also kein Allheilmittel gegen Hunger geben. Vielmehr muss Hungerbekämpfung an den jeweiligen Ursachen ansetzen. Eine gerechte Verteilung der Nahrungsmittel generell, aber auch des Bodens und der Ressource Wasser sind ebenso notwendig, wie die Berücksichtigung der natürlichen und sozialen Bedingungen vor Ort und der Lebensverhältnisse der Zielgruppe.
Beispiel Kenia
Die Hungerbekämpfung steht zum Beispiel in Regionen mit hoher HIV-Infektionsrate vor besonderen Herausforderungen. Der "Brot für die Welt"-Projektpartner IDCCS (Inter Diocesan Christian Community Services) in Kenia erprobt derzeit, wie sie unter diesen erschwerten Bedingungen aussehen kann. IDCCS arbeitet in einer Region im Südwesten des Landes, wo die Lebenserwartung der Menschen bedingt durch HIV/Aids um etwa zehn Jahre niedriger ist als in anderen Landesteilen. IDCCS nimmt gezielt die Situation der Aids-Kranken in den Blick. Eine wichtige Frage ist: Welche Nahrungsmittel müssen angebaut werden, um sie länger bei Kräften zu erhalten? Je länger ein HIV-Infizierter gesund und kräftig genug ist, um auf dem Feld mitarbeiten zu können und nicht auf Pflege angewiesen zu sein, desto besser für die Ernährungssituation der ganze Familie. Ein weiterer Aspekt ist, Anbaumethoden zu entwickeln, die den Angehörigen der Kranken und Verstorbenen helfen, ihre Arbeit auf dem Feld zu bewältigen und die Kranken wie sich selbst immer noch ausreichend zu versorgen.
Nachhaltiger Landbau
Die Studie "Gesichter des Hungers" zeigt, dass durch nachhaltigen und standortgerechten Landbau die Produktion erhöht und die Ernährungssituation vor allem derjenigen wesentlich verbessert werden kann, die sich mehr schlecht als recht mit Subsistenzlandbau am Leben erhalten. Gerade sie erleben jede saisonale Dürre als Katastrophe. Eine Vielfalt einheimischer Produkte, die mehrmals im Jahr geerntet werden können, macht die Bäuerinnen und Bauern resistenter bei Katastrophen.