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Bernhard Walter, Landwirtschaftsexperte bei "Brot für die Welt"
Die Förderung der Kleinbauern ist der Schlüssel zur Armutsbekämpfung, sagt Bernhard Walter, Landwirtschaftsexperte bei "Brot für die Welt". Ute Dilg hat ihn gefragt, was die evangelische Hilfsaktion für die Bauern in den Entwicklungsländern tut.
Warum fördert "Brot für die Welt" die bäuerliche Landwirtschaft in den Entwicklungsländern?
Über 80 Prozent der Hungernden in dieser Welt leben auf dem Land. Das heißt, es sind die Familien der Kleinbauern und der Landlosen, die besonders arm sind. Bäuerliche Landwirtschaft zu stärken bedeutet deshalb, den Ärmsten der Armen zu helfen, sich selbst ernähren zu können.
Was tut "Brot für die Welt" konkret für die Kleinbauern?
Wir helfen den Bäuerinnen und Bauern, durch standortgerechten Landbau, höhere Erträge zu erzielen. Es geht also vor allem darum, Anbaumethoden zu entwickeln, die dem Boden, dem Klima und anderen Umweltfaktoren angemessen sind, zum Beispiel geeignete Bewässerungsmethoden zu finden, das Saatgut zu verbessern, usw. Es ist dabei ganz wichtig, die Erfahrungen der Bauern mit einzubeziehen sowie den Austausch zu fördern.
Wie wirkt sich der Klimawandel in diesem Zusammenhang aus?
Die Kleinbauern leiden überall auf der Welt am stärksten unter den Klimaveränderungen. Sie leben meist in Regionen, die sowieso schon ungünstig für Landwirtschaft sind, also in trockenen Gegenden oder auf Berghängen. Für "Brot für die Welt" ist deshalb das Thema Klimawandel und Ernährungssicherheit in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden.
Was bedeutet das für die Projektarbeit?
Wir müssen Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit stärker verzahnen. "Brot für die Welt" arbeitet deshalb eng mit seiner Schwesterorganisation Diakonie Katastrophenhilfe zusammen. Wir müssen unsere Projektpartner fit machen, bei Naturkatastrophen Nothilfe zu leisten, aber gleichzeitig die langfristige Arbeit im Blick zu behalten. In der Sahelzone zum Beispiel helfen wir unseren Partnern neues Saatgut zu entwickeln, das die Trockenheit besser aushalten kann. So sind sie besser für die nächste Dürre gerüstet.
Unsere Projektpartner sollten aber auch politisch aktiv sein. So verhindert der Import von Nahrungsmitteln zu Dumpingpreisen die Vermarktung von einheimischen Produkten. Damit die Kleinbauern für ihre Mühe auch ordentliche Preise bekommen, muss dieses Problem politisch gelöst werden.