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Frühlingstemperaturen im Winter, Hitzewellen im Sommer, immer mehr schwere Stürme in Frühjahr und Herbst – die Auswirkungen des Klimawandels haben auch Deutschland längst erreicht. Doch während die Folgen für uns noch relativ glimpflich sind, stellen sie für viele Menschen im Süden eine existenzielle Bedrohung dar.
Dies gilt insbesondere für die Landwirtschaft, denn die ist sehr anfällig gegenüber Veränderungen bei Niederschlägen und Temperaturen. Ohne einen Kurswechsel besteht die Gefahr, dass Entwicklungserfolge zunichte gemacht zu werden – statt der Verwirklichung eines Leben in Würde für alle Menschen drohen gravierende Ertragseinbrüche in der Landwirtschaft und Wasserknappheit mit Millionen Klimaflüchtlingen und einer Zuspitzung der Hungerkrise.
Kurswechsel heißt, Verantwortung zu übernehmen: Der Norden, der den Klimawandel wesentlich verursacht hat, muss endlich ernst machen mit dem Klimaschutz. Nur so kann noch verhindert werden, dass die Erwärmung zwei Grad Celsius überschreitet – dieser Wert gilt als gerade noch beherrschbare Obergrenze. Hierfür müssen wir bis 2050 die weltweiten CO2-Emissionen gegenüber 1990 mindestens halbieren. Damit auch die Länder des Südens die Chance auf Teilhabe an einer wirtschaftlichen Entwicklung haben, muss die Hauptlast des Klimaschutzes im Norden erbracht werden: Mindestens 30 Prozent weniger Emissionen schon bis 2020 und 90 Prozent Minderung bis 2050 gilt es, in Europa zu erreichen. Das bedeutet einen Kurswechsel vom Erdöl- ins Solarzeitalter. Nur wenn der Norden als Vorbild voranschreitet, können wir vom Süden erwarten, ebenfalls auf einen Pfad nachhaltiger Entwicklung einzuschwenken.
Kurswechsel bedeutet aber auch, den Ländern des Südens dabei zu helfen, die Lasten der Anpassung an den Klimawandel zu tragen. Besonders in der Pflicht sind wir gegenüber denjenigen Bevölkerungsgruppen, deren Lebensgrundlagen durch den Klimawandel akut bedroht sind. Das sind zum Beispiel die Menschen, die ihre Heimat durch den Meeresspiegelanstieg verlieren, von Tropenstürmen heimgesucht werden, die unter Dürren, Bodenversalzung oder Überschwemmungen leiden. Das wird jährlich Milliarden kosten und übersteigt bei weitem das Volumen dessen, was der Norden bislang bereitstellt.
"Brot für die Welt" setzt sich mit seiner Projekt-, Lobby- und Bildungsarbeit für einen solchen Kurswechsel ein – lokal, national und international. Gemeinsam mit unseren Partnern im Süden sowie der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützen wir die Anpassung besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen in Krisenregionen des Klimawandels. In Deutschland engagieren wir uns in der Klima-Allianz sowie gemeinsam mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst EED für ein "Zukunftsfähiges Deutschland". International arbeiten wir gemeinsam mit unserem internationalen Partnernetzwerk Kirchen aus aller Welt für "Klimagerechtigkeit" zwischen Nord und Süd als Grundprinzip eines neuen, internationalen Klimaabkommens, das gegenwärtig für die Zeit nach 2012 verhandelt wird. Ob lokal, national oder international – "Ernährungssicherung im Klimawandel" ist das Kernthema unserer Arbeit.