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Fachpublikationsreihe: Analyse 01

Soziale Grundsicherung

Foto: Christof Krackhardt

Vier von fünf Menschen weltweit genießen keinen zuverlässigen Schutz vor den Folgen von Lebensrisiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder hohem Alter. Das liegt daran, dass die meisten Menschen weder sozialversichert sind noch Zugang zu sozialer Grundsicherung haben. Obwohl das Recht auf soziale Sicherheit in den Allgemeinen Menschenrechten verankert ist, ging man auch in der Entwicklungspolitik lange Zeit davon aus, dass sich nur wohlhabende Staaten den Aufbau von sozialen Sicherungssystemen leisten könnten.

In jüngster Zeit aber ist Bewegung in die Debatte gekommen, wie Markus Loewe in seiner von "Brot für die Welt" herausgegebenen Studie "Soziale Grundsicherung – Positionen wichtiger entwicklungspolitischer Akteure" dargelegt. Die führenden Institutionen der bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit, darunter auch die Weltbank, zeigen ein wachsendes Interesse an neuen Konzepten der sozialen Sicherung und Ansätzen des Sozialtransfers gerade auch in den ärmeren Ländern. Die untersuchten Positionen und Erfahrungen zeigen: Soziale Grundsicherung ist kein Luxus. Sie sind auch in armen Ländern finanzierbar.

Bedeutung der sozialen Grundsicherung anerkannt
Dr. Markus Loewe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), verdeutlicht, welche Arten von Grundsicherungssystemen es gibt und welche Argumente für oder gegen deren Ausbau in Entwicklungsländern vorgebracht werden. Weiterhin legt der Autor dar, welche Position fünfzehn wichtige Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit zur Förderung von Grundsicherungssystemen in Entwicklungsländern derzeit einnehmen.

Das Fazit des Wissenschaftlers lautet: "Vorbei sind die Zeiten, in denen Sozialtransfers als rein verteilungspolitisches Instrument galten und daher vom mainstream in der Entwicklungsdebatte mit dem Argument abgelehnt wurden, dass Entwicklungsländer ihre knappen Ressourcen lieber produktiv verwenden sollten. Die meisten Experten erkennen mittlerweile an, welch große Bedeutung einer sozialen Grundsicherung auch für das Wachstum und damit für die langfristige Armutsbekämpfung zukommt".

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