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Kamerun, Bamenda, im Misspa Nkwen Waisenhaus. Schon morgens früh um 5.0Uhr muss der kleine Patrick, 6 Jahre, sich mit vielen seiner Waisenfreunde auf den Weg machen zum drei Kilometer entfernten Brunnen, um frisches, einigermaßen trinkbares Wasser zu holen.Er muss, wie alle anderen seines Alters auch, mit zwei leeren Kanistern los ziehen, in denen er auf dem langen Rückweg insgesamt 10 Liter Wasser transportieren wird. Auch kleinere Kinder kommen mit, um ein wenig Wasser zu holen, schließlich soll der Vorrat für die 118 Kinder, die zur Zeit im Misspa Nkwen Waisenhaus leben,für einen ganzen Tag ausreichen, nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen und besser auch noch zum Kleiderwaschen und der eigenen Hygiene. Aber das ist wohl kaum möglich und so trinkt Patrick auch des öfteren das in Eimer gesammelte Regenwasser. Mit ihm leiden daher auch noch viele andere, wie zum Beispiel auch sein bester Freund Richman, der sich seit Tagen schon mit starken Magenschmerzen nur im Bett aufhalten kann, unter starken Magen-Darm-Beschwerden. Und nicht nur das ist eine große Belastung für die Kinder, auch der beschwerliche Weg mit der schweren Last so früh am Morgen noch bevor es zur Schule geht und am Nachmittag die Arbeit im Haus ansteht, belastet die kleinen Körper sehr.
Mit dem Bus quer durch Costa Rica...was für jeden Touristen eine Traumvorstellung ist, entwickelt sich für die Natur zum puren Alptraum! Selbst bei 1-stündiger Fahrpause bleibt der Motor am laufen, man ist es einfach nicht gewöhnt, die Hand zum Schlüssel zu führen. Vor der Fahrt verkaufen mir Händler lautstark irgendwelches Knabberzeugs, Kuchen und Getränke. Ich stupse meine Mama an und flüstre: "Papas y una coca..."-Kartoffelchips und 'ne Cola. Genussvoll schlecke ich mir die Finger ab, mache das Fenster auf – raus damit. Mir ist ein sauberer Bus sehr wichtig. Im Vorbeifahren an den riesigen Müllbergen zähle ich die Dosen, das ist mein Zeitvertreib. Nach einigen Minuten komm ich nicht mehr mit und gebe auf.
...blicken wir nun nach Florencio Varela, einer der ärmsten Vorstädte von Buenos Aires in Argentinien. Auch hier gehen Wasser- und Umweltverschmutzung Hand in Hand. In den Armenvierteln, den Slums, liegt der Müll tonnenweise auf den Straßen herum, wird teilweise verbrannt. Dadurch und durch Industrieanlagen wird Trinkwasser der Menschen mit Bakterien und Schwermetallen verschmutzt, wodurch nun bereits schon viele Kinder in der Vorstadt an starken Hautausschlägen leiden.
"Thanir! Thanir! Thanir!" - "Wasser, Wasser, Wasser!" "Kinley - purified Water made by Coca-Cola" steht auf den Flaschen, die Santosh Kumar in seinem Korb umherträgt und mit sonorer Stimme anpreist. Santosh, ein gebrechlich wirkender Mann, läuft schon seit fünf Stunden zwischen den Bussen am Periyar Busbahnhof in der südindischen Stadt Madurai umher. Heute ist es wieder ganz besonders heiß und so geht das Geschäft mit dem abgepackten sauberen Trinkwasser gut. 14 Rupien kostet ein Liter "Kinley" umgerechnet zwanzig Cent. Doch auch wenn Santosh heute schon über 500 Rupien eingenommen hat, sind die Flaschen, die sich die reichen Reisenden leisten purer Luxus. Denn schließlich bleibt nach Abzug der Einkaufskosten nicht mehr viel Geld übrig, von dem er seine Frau und drei Kinder ernähren muss. Meistens muss seine Frau Wasser an einer öffentlichen Wasserhahn holen. "One Bottle please!", erwiedert ein gut gekleideter Nordinder den Ruf von Santosh. Eilig wird das Geschäft abgewickelt. Nachdenklich blickt Santhosh auf das rote Logo der Coca-Cola Company. Wohin das ganze Geld letztendlich gelangt, das er hier einnimmt? Diese Frage kann der tamilische Familienvater nicht beantworten. Doch da rumpelt schon der nächste Bus heran und Santhosh eilt ihm entgegen um seinen Konkurrenten zuvorzukommen.
Ich stehe vor dem Spiegel und putze mir die Zähne. Als ich mir den Mund ausspüle achte ich darauf nichts von dem Wasser zu schlucken, doch dann fällt mir auf, dass ich hier in Deutschland das Wasser aus dem Hahn ohne Bedenken trinken kann. Dann stelle ich mich unter die Dusche und wasche mich – mit Wasser dessen Sauberkeit und ständige Verfügbarkeit in vielen Ländern nicht so selbstverständlich ist, wie hierzulande.
Erfahrungsberichte von: Christine Kärcher (Costa Rica), Dominik Neldner (Argentinien), Felix Nickel (Indien), Carolin Zierath (Kamerun)