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Bei ihrem Freiwilligendienst in Argentinien und Indien kamen Leonie und Jasmin mit vielen Menschen in Berührung, denen unter anderem Folgendes passierte:
Recht auf Sicherheit und Leben
Maleichami (14) lebt in einem Dorf in der Nähe Madurais, Indien. Seine Eltern wurden vor seinen Augen und der Gegenwart ihres Dorfes über mehre Wochen von der indischen Polizei gefoltert. Er und seine Familie mussten die Vergewaltigung der Mutter mit ansehen und am Ende den Tod des Vaters ertragen.
Recht auf Erziehung
Daiana (14) lebt zusammen mit ihrer 16-köpfigen Familie auf engem Raum in einem Elendsviertel im Großraum Buenos Aires (Argentinien). Ihre Mutter hat denselben Vater wie sie. Durch Inzest werden die Kinder nie richtige Strukturen eines Familienlebens kennenlernen. Hohe Aggressivität und sexualisierte Gewalt unter den Geschwistern sind Folge dessen.
Recht auf Bildung
Muthukumar sitzt teilnahmslos in der letzten Reihe des Klassenraums in seiner Schule in Chennai (Indien). Er ist Dalit – ein Kastenloser und damit Teil der untersten Bevölkerungsschicht Indiens. Er wird durch Lehrer und Klassenkameraden vom Unterricht ausgeschlossen. Dalits sollten schließlich bei ihren Lederarbeiten bleiben.
Recht auf Identität
In Buenos Aires (Argentinien) muss Daniela, Mutter von 10 Kindern, erfahren, wie ein Beamter vor ihren Augen die nötigen Papiere zerreißt, mit denen sie Personalausweise ihrer Kinder beantragen wollte. Die Beschaffung dieser Papiere hatte sie mehrere Monate gekostet, es fehlte lediglich der Zweitname ihrer Tochter. Der Status als Bewohnerin eines Elendsviertels räumt ihr viele Probleme ein.
Recht auf freie Wahlen
Shivakami verbringt gemeinsam mit ihrer Tochter 1/3 des Tages vor dem Fernseher. Sie und andere Slumbewohner erhielten "die Glotzen" kurz vor der letzten Wahl in Tamil Nadu. Ein Geschenk der Regierung. Im Gegenzug dazu wussten sie, welcher Partei sie ihre Stimmen schenken würden. Pablo und seine Dorfgemeinde aus einer Provinz Argentiniens werden von den Parteien persönlich zur Wahl kutschiert. Manipulation der ungebildeten Bevölkerungsschichten seitens der Parteien während der Wahlen sind in Argentinien und Indien an der Tagesordnung.
Recht auf Gleichheit
In Buenos Aires (Argentinien) wohnt Samuel mit seiner Familie in einer undichten Hütte in einem abgegrenzten Viertel am Stadtrand. Neben dem Viertel aus Pappe und Wellblech erhebt sich die riesige Mauer, die das "Country" der reichen Bevölkerung einschließt. Diese sind von der Umwelt mit seinen Problemen und Konflikten abgegrenzt und haben oftmals in sich eine völlig eigenständige Infrastruktur.