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Mein Superintendent will ein Zeichen setzen. Ein kleines das weiß er selbst , aber immerhin. Er ruft uns zur Kreissynode. Das Formschreiben enthält alle nötigen Verweise auf die Kirchenordnung. Er aktualisiert es immer mit ein paar motivierenden Worten zum Thema der jeweiligen Tagung.
Diesmal geht es um den Zusammenhang von rasantem Klimawandel und gerechter Weltordnung. Gut so, dass nicht nur die Experten im Weinberg des Herrn darüber reden, sondern auch wir, das Kirchenvolk vor Ort.
Und damit es gleich in die richtige Richtung geht, rät mir mein Superintendent schriftlich, ich möge doch wahlweise zu Fuß, mit dem Rad, per Bahn, Bus oder mindestens in einer Fahrgemeinschaft zur Synode kommen aus gegebenem Anlass.
Nun, ich werde gar nicht kommen. Ich bin nur noch Gast der Synode und lebe inzwischen am anderen Ende des Landes. Ansonsten hätte ich mich der Bahn anvertraut; alternativlos, denn ein Auto nannte ich schon x Jahre vor der Rente nicht mehr mein eigen. Manche Alltagssorge konnte ich seitdem vergessen und trotzdem meinen Arbeitgeber zufrieden stellen.
So mag denn ein kleines Körnchen unchristlicher Selbstgerechtigkeit mit im Spiel sein, wenn ich über den wirklich gut gemeinten Rat zur Synodenanreise sinniere. Ist das eigentlich allen fleißigen, beruflich so sehr eingespannten Synodenmitgliedern den ehrenamtlichen wie den Pastorinnen und Pastoren - klar? Der PKW als Dreh- und Angelpunkt unserer Lebensgestaltung ist längst ein Auslaufmodell er muss es sein, wenn es auf Erden schöpfungsfreundlich und einigermaßen gerecht zugehen soll.
Es geht schon lange nicht mehr nur um Gesten, sondern um eine neue Praxis, auf die wir selbst und unsere kirchlichen Arbeitgeber uns einstellen müssen am besten nicht mit einem sauren Gesicht, sondern mit einem Lächeln.
von Michael Walter