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Der Faire Handel ist eine Erfolgsgeschichte. 7,5 Millionen Menschen in den Ländern des Südens profitieren von ihm. In Deutschland ist die größte Weltladenbewegung der Welt entstanden mit 800 Weltläden, in denen fair gehandelte Produkte vertrieben werden. Bei einem gemeinsam von „Brot für die Welt“, dem Evangelischen Entwicklungsdienst, dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und Misereor veranstalteten Podium ging es um „40 Jahre Fairer Handel“.
Diese Erfolgsgeschichte haben kirchliche Entwicklungswerke angestoßen. Von Anfang an sei der Handel mit politischen Aufklärung verbunden gewesen, berichteten die Urgesteine der Bewegung, Berthold Burkhardt aus Murrhardt, der als Initiator der Weltläden gilt, und Gert Nickoleit, der frühere Grundsatzreferent des Fairhandelshauses GEPA in Wuppertal. Gekauft wurde der „Nicaragua-Kaffee“ aus Solidarität mit dem Land, dessen Aufbau man stärken wollte. Nur – der Kaffee war schlecht. „Er hat sogar gestunken“, sagte Nickoleit.
Fairtrade heute setzt auf mehr Qualität
Dies hat dem fair gehandelten Kaffee nicht nur einen schlechten Ruf, sondern auch einen Absatzeinbruch eingebracht. Erst als der Faire Handel auf Qualitätsprodukte gesetzt hatte, sei der Erfolg gekommen, hieß es. Die Idee, die Wirtschaft zu verändern, habe zumindest in diesem Bereich funktioniert, betonte Nickoleit.
Politik soll mehr als Kampagnen bieten
Bärbel Kofler vom Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag bekräftigte dieses Ziel. Die Politik dürfe sich ihrer Ansicht nach nicht mit Kampagnen begnügen, sondern müsse sich um vernünftige Strukturen des Welthandels kümmern. Wie bei den Milchsubventionen könnten jedoch die Interessen der Bauern in Europa und der Bauern im Süden unterschiedlich sein. Diese widerstreitenden Interessen müsse die Politik unter einen Hut bringen.
"Handel muss Menschen dienen"
Barbara Riek vom Evangelischen Entwicklungsdienst und GEPA-Aufsichtsratsvorsitzende betonte, dass der Faire Handel sich nicht auf seinen Erfolgen ausruhen dürfe. Es gehe darum, die Standards weiter zu entwickeln. Diese reichten von garantierten Mindestpreisen und strengen Umweltkriterien bis zum Verbot von Kinderarbeit und sozialen Standards. „Der Handel hat den Menschen zu dienen und nicht die Menschen dem Profit“, sagte Riek.
Ziel: Mehr fairen Kaffee trinken
Für sie sei der Faire Handel ein entwicklungspolitisches Instrument. Es diene dazu, „dass die Produzenten im Süden vernünftig leben können“. Dies sei ein zentrales Ziel kirchlicher Entwicklungswerke. Riek rief die Kirchen dazu auf, ihre Wirtschaftsmacht zum Vorteil des Fairen Handels zu nutzen. Ebenso könne jeder einzelne einen Beitrag leisten. Dann könne Deutschland seine Position verbessern beim Pro-Kopf-Verbrauch von fair gehandelten Waren. Mit 3,25 Euro pro Kopf liege Deutschland weltweit nur auf Rang 14.