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Verbindungsstelle Vietnam/Laos

Das Team der Verbindungsstelle Vietnam/Laos. Hintere Reihe von links: Jan Papendieck, Phung Thi Binh, Ulrike Schumacher und Vu Anh Dung. Vordere Reihe von links: Le Thi Kim Yen, Pham Thi Phuong Lan, Phan My Hanh, Vu Thi Thanh Huong und Dao Duc Liem.

„Brot für die Welt“ ist seit 1996 mit einem Büro in Hanoi vertreten. Das Büro wurde 2007 zu einer Verbindungsstelle ausgebaut. Sechs feste sowie zwei Projektmitarbeitende kümmern sich um Projekte und Partnerorganisationen von „Brot für die Welt“ in Vietnam und Laos.

„Brot für die Welt“ fördert in Vietnam zurzeit 25 Partnerorganisationen. Das sind einerseits halbstaatliche Massenorganisationen wie Frauenunionen und andererseits Nichtregierungsorganisationen. Schwerpunktregionen bei der Förderung in Vietnam sind das nördliche Bergland sowie das Mekong-Delta mit ihrem hohen Anteil an armen Menschen auf dem Land. In Laos fördert „Brot für die Welt“ momentan zehn Nichtregierungsorganisationen. Diese Zusammenarbeit wird ausgebaut.

Vietnam: Wachstum im Einparteiensystem

Gesellschaft und Wirtschaft Vietnams wandelten sich in den vergangenen 15 Jahren enorm. Die sozialistische Regierung verfolgt eine liberale, zunehmend die Privatwirtschaft fördernde Wirtschaftspolitik. Doch eine politische Öffnung blieb bislang aus: Es gibt noch immer ein Einparteiensystem; andere Parteien sind verboten. Wer sich für andere politische Gruppierungen engagiert, riskiert Gefängnis. Das Wachstum der Wirtschaft hat für die Regierung Vorrang vor allem anderen. Auf Minderheiten und Randgruppen wird kaum Rücksicht genommen. Die Landbevölkerung leidet unter großer Armut und zwischen Stadt und Land gibt es ein großes Wohlstandsgefälle.

Laos: Bei der Landfrage sind Minderheiten oft im Nachteil

Die Landwirtschaft prägt Laos nach wie vor. Der sozialistischen Regierung ist es in den vergangenen Jahren gelungen, den Anteil an Armen an der Gesamtbevölkerung zu senken. Doch diese Quote ist mit 26 Prozent noch immer sehr hoch. In jüngster Zeit machen Akteure „von außen“ – aktiv unterstützt durch die Regierung – zunehmend Druck, die im Land vorhandenden natürlichen Ressourcen wie Wasser, Holz und Bodenschätze  zu nutzen und auszubeuten. Dabei entstehen Konflikte hinsichtlich des Zugangs zum entsprechenden Land. Besonders betroffen sind ethnische Minderheiten, die nach wie vor Wanderfeldbau betreiben. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Mit Präsenz am Ort, direktem Kontakt und einer engen Zusammenarbeit mit vietnamesischen und laotischen Partnerorganisationen sowie mit Aufklärungs- und Bildungsarbeit unterstützt „Brot für die Welt“ diese sowie ihre Zielgruppen in ihrer Entwicklung zu starken Akteuren der Zivilgesellschaft. Dies trägt zum Demokratisierungsprozess in beiden Ländern bei. Die Verbindungsstelle ermöglicht zudem eine schnelle, qualifizierte und umfassende Bearbeitung von Förderanträgen, die Begleitung und Beratung der Projektpartner bei ihren Projekten sowie die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden.

Wichtige Programmpunkte in der Region sind

  • Projekte zur Ernährungssicherung´
    wie die Förderung integrierter nachhaltiger Landwirtschaft und Schutz der Umwelt, Zugang zu natürlichen Ressourcen und einkommensschaffende Maßnahmen
  • Basisdienstleistungen
    beispielsweise Hygieneprojekte, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie Bildung und Ausbildung
  • Projekte zu HIV und Aids
    etwa Prävention sowie Eingliederung von Betroffenen und das Schaffen von Verdienstmöglichkeiten für sie.

Bei allen geförderten Projekten spielt „Gender Mainstreaming“ eine wichtige Rolle. „Gender Mainstreaming“ ist eine Strategie, die darauf abzielt, dass alle Projekte und Programme hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit überprüft werden. Ziel ist es, das Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen Bereichen der Gesellschaft zu verwirklichen.

Zielgruppen der Projekte sind vor allem die auf dem Land lebenden Armen, insbesondere ethnische Minderheiten und Frauen.

Die Verbindungsstelle stärkt die Beziehungen zwischen „Brot für die Welt“ und seinen Partnern bei der langfristigen Projektarbeit. Sie ermöglicht auch das Vernetzen mit anderen wichtigen Organisationen in der Region sowie die schnelle Unterstützung der Schwesterorganisation Diakonie Katastrophenhilfe. Bei Katastrophen und Krisen stellt die Verbindungsstelle  der Diakonie Katastrophenhilfe ihre Infrastruktur und ihr Detailwissen – etwa über die Lage am Ort – zur Verfügung, um eine schnelle Hilfe zu ermöglichen.

Ansprechpartner in Hanoi
Jan Papendieck
Regionalbeauftragter Verbindungsstelle Vietnam/Laos
Telefon: +84 4 37626436

 


Ansprechpartnerin in Stuttgart
Ingrid Müller
Kontinentalleiterin Asien/Pazifik
Telefon: +49 711 2159-702

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