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Sierra Leone

Fatmata geht auf Sendung

"Willkommen bei der ‚Stimme des Volkes’", begrüßt Fatmata Sesay ihre Zuhörer. Foto: G.-M. Hoeffchen

Sierra Leone zählt zu den ärmsten Staaten der Welt. Foto: Günter Vahlkamp

Zwischen 1991 und 2002 wurden Tausenden die Gliedmaßen mit Macheten abgehackt. Foto: G.-M. Hoeffchen

Unter dem grausamen Bürgerkrieg leiden besonders die ehemaligen Kindersoldaten. Foto: G.-M. Hoeffchen

MADAM gibt Kindersoldaten und jungen Frauen, die während des Krieges verschleppt oder misshandelt wurden, mit Ausbildung und psychologischer Betreuung Perspektiven. Foto: Gerd-Matthias Hoeffchen

Viele junge Frauen sind alleinerziehend und froh, bei MADAM Schneiderin zu lernen. Foto: G.-M. Hoeffchen

Die meisten Auszubildenden haben die Schule aufgrund des Krieges früh abgebrochen. Foto: G.-M. Hoeffchen

Mariatu Kabatu war acht Jahre alt, als die Rebellen ihr Dorf überfielen. Foto: Gerd-Matthias Hoeffchen

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Noch immer wirft der grausame Bürgerkrieg lange Schatten auf das Leben der Menschen in Sierra Leone. Besonders leiden die ehemaligen Kindersoldaten. Der "Brot für die Welt"-Partner MADAM gibt ihnen mit psychologischer Betreuung und Ausbildung Perspektiven.

"Willkommen bei der ‚Stimme des Volkes‘", begrüßt die 23-Jährige Fatmata Sesay ihre Hörer. Schon als Kind wollte sie Radiomoderatorin werden. Mädchenträume, die unerfüllbar schienen, als 1991 der grausame Bürgerkrieg begann. Elf Jahre sollte er das Land verheeren. 100.000 Menschenleben fielen ihm zum Opfer. Etwa 6.000 Mädchen und Jungen wurden als Kindersoldaten verschleppt.

Nach zwei Jahren gelang die Flucht
Die zwölfjährige Fatmata musste mit ansehen, wie die Rebellen ihren Vater erschossen. Mit Ketten gefesselt, wurde sie verschleppt. Zwei Jahre lebte sie bei den Rebellen im Busch und wurde gezwungen, an Kriegsverbrechen teilzunehmen. Dann gelang ihr die Flucht in die Kleinstadt Mile 91. Damals war die Stadt Anlaufstelle für 45.000 Flüchtlinge und kriegsmüde Kämpfer. Auch Tausende von Kindersoldaten gaben hier ihre Waffen ab und erhielten Unterstützung bei der Rückkehr ins zivile Leben.

Einen dauerhaften Frieden sichern
Fatmata war körperlich und seelisch am Ende. Dann stieß sie auf den "Brot für die Welt"-Partner MADAM. Eine Organisation, die handwerkliche Ausbildung und psychosoziale Betreuung für ehemalige Kindersoldaten und Opfer des Bürgerkrieges anbietet, beim Aufbau der Landwirtschaft und von Dorfgemeinschaften hilft und so das übergeordnete Ziel zu erreichen versucht: einen dauerhaften Frieden.

Die verlorenen Jahre nachholen
Fatmata Sesay wollte sich bei MADAM zur Schneiderin ausbilden lassen. Anfangs ließen sie ihre traumatischen Erlebnisse nicht zur Ruhe kommen. MADAM vermittelte zunächst psychosoziale und seelsorgerische Gespräche. Als es Fatmata ein wenig besser ging, entwickelte sie großes Engagement. "Wir spürten ihre Sehnsucht, die verlorenen Jahre nachzuholen", erzählt Mohamed Conteh, der Leiter von MADAM. "Fatmata meldete sich zu jedem Diskussionsforum zum Thema Frieden und Versöhnung, das vom lokalen Radio gesendet wurde." Ihre Schneiderinnenausbildung schloss sie mit Bravour ab. Sie eröffnete einen kleinen Laden und begann, abends im Radiosender zu moderieren, meist zum Thema Frieden und Versöhnung. "Mein größter Wunsch ist, professionelle Radiojournalistin zu werden", sagt Fatmata heute.

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