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Öl-Kampagne

Erdöl – Fluch oder Segen?

Achtung Öl-Pipeline: in den Erdölregionen herrschen Bedingungen, die gewaltsame Konflikte fördern.

Erdöl ist Energielieferant Nummer 1 in der Welt. In den Industrieländern läuft nichts ohne Erdöl. Die Menschen in den Ländern des Südens, in denen Erdöl gefördert wird, haben meist nichts vom Öl-Reichtum.

Gerade in den Erdölregionen Afrikas und Lateinamerikas leben die Menschen in Armut und ständiger Unsicherheit. Um das Erdöl ohne Hindernisse fördern zu können, werden die Menschen eingeschüchtert, umgesiedelt und im besten Falle mit Almosen abgespeist. Ihre Umwelt wird zerstört, ihre Stimme kaum gehört. In vielen Fällen kommt es – wie zum Beispiel in Nigeria – in den Fördergebieten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der lokalen Bevölkerung, den Sicherheitsdiensten der Öl-Unternehmen und anderen beteiligten Akteuren.

Beispiel Tschad
Im Tschad wird seit 2003 Erdöl gefördert und durch eine 1.000 Kilometer lange Pipeline an den Atlantik transportiert. In allen Erdölregionen des Landes und entlang der Pipeline durch Kamerun herrschen Bedingungen, die gewaltsame Konflikte fördern: Extreme Armut, verunreinigte Brunnen und beschädigte Brücken. Entschädigungen werden nur teilweise bezahlt – oder überhaupt nicht. Einschüchterung und staatliche Gewalt sind an der Tagesordnung. HIV/Aids breitet sich massiv aus. Da bleiben für die Betroffenen kaum Hoffnungen. Denn es gibt praktisch keine Möglichkeiten, Rechtsansprüche effektiv einzufordern.

Netzwerk stärkt die Rechte der Bevölkerung
Dennoch ist es im Tschad und in Kamerun bisher kaum zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen – dank eines internationalen Netzwerks von Personen und Organisationen, die sich auf verschiedensten Ebenen für Gerechtigkeit und Frieden einsetzten. Diesem Netzwerk gehören auch "Brot für die Welt" und seine Partner vor Ort an. Diese Arbeit hat die einheimischen Partner so gestärkt, dass sie gegenüber ihren Regierungen, den Konzernen und der Weltbank handlungsfähig wurden. Sie setzen sich ein für gewaltfreie Konfliktlösung in ihren Ländern und für die Rechte der betroffenen Bevölkerung.

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