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Aids führt dazu, dass viele afrikanische Familien nur noch aus Großeltern und kleinen Kindern bestehen. Foto: Stefan Hauck
HIV/Aids ist auf dem Weg, eine "weibliche" Krankheit zu werden. Waren 1997 noch 41 Prozent der weltweit Infizierten weiblich, ist der Anteil heute auf 50 Prozent gestiegen.
Besonders dramatisch ist die Lage in Afrika: Noch vor zehn Jahren waren vor allem Männer mit dem HI-Virus infiziert – heute sind 61 Prozent der Infizierten Frauen. In der Altersgruppe der 15-24-Jährigen sind sogar über zwei Drittel der Infizierten weiblich. Aber auch in Asien steigt die Frauen-Infektionsrate: Nach Angaben von UNAIDS wuchs ihr Anteil von 13 Prozent im Jahr 1990 mittlerweile auf knapp 30 Prozent an.
Ein Grund für die Virus-Anfälligkeit von Frauen ist in vielen Gesellschaften ihr mangelndes Selbstbestimmungsrecht. So wird ihnen in vielen Fällen nicht das Recht zugestanden, ihre Sexualität selbst zu bestimmen. Sie haben zum Beispiel keinen Einfluss darauf, ob und wann sie Geschlechtsverkehr haben und ob Kondome verwendet werden oder nicht.
Geschlechtergerechtigkeit
"Brot für die Welt" setzt sich deshalb für die Überwindung ungleicher Verhältnisse zwischen den Geschlechtern ein. Die evangelische Hilfsorganisation überprüft alle ihre bestehenden Programme bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit und fordert die Kirchen auf, ihre eigene Haltung zu überdenken. In Workshops mit Partnerorganisationen wird besonders auch der Zusammenhang zwischen HIV/AIDS und Gender diskutiert (siehe Studie zur Bedeutung der Geschlechtergerechtigkeit im Zusammenhang mit HIV/Aids).
Männer als Zielgruppe
Außerdem fördert "Brot für die Welt" Programme, die Frauen in ihrer Selbstbestimmung und ihrer kulturellen, sozialen und ökonomischen Stellung stärken. Eine weitere, besonders wichtige Zielgruppe sind die Männer, die ihr eigenes Rollenverhalten hinterfragen und ihre Einstellungen verändern müssen. Deshalb sind Maßnahmen, die die gemeinsame Verantwortung von Frauen und Männern für den Schutz gegen Aids hervorheben, besonders wichtig.