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In Angola hilft die evangelische Kirche, kriegszerstörte Dörfer wieder aufzubauen. Es fehlen die elementarsten Dinge wie Brunnen oder Saatgut. Viele Menschen haben nicht einmal zwei Mahlzeiten pro Tag.
Was braucht Rioco Centro am dringendsten? Ein Schulhaus? Zugochsen? Ein solide gebautes, vor Ungeziefer sicheres Getreidelager? Oder sauberes Wasser? Insgesamt 15 Projekte stehen in dem kleinen Dorf im Süden des Landes zur Wahl. Benvindo Silva Hungulo, Projektkoordinator der evangelischen Kirche in Angola (IECA), gräbt für jeden Projektvorschlag eine Kuhle in den Boden und gibt den 25 Dorfbewohnern, die als Delegierte das Dorf vertreten, zwei Bohnen in die Hand: "Verteilen Sie die Bohnen auf die Projekte, die Ihnen am wichtigsten erscheinen!" Die meisten Bohnen legen die Delegierten in die Kuhle für ein Brunnenprojekt.
Nur jeder Dritte hat Zugang zu sauberem Wasser
2002 endete in Angola der jahrzehntelange Bürgerkrieg zwischen der sozialistischen MPLA und der von Südafrika unterstützten UNITA. Doch für die allermeisten Menschen hat sich kaum etwas zum Guten gewendet. Mehr als 70 Prozent der Einwohner müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen – das reicht in vielen Regionen nicht einmal für einen Liter Trinkwasser. Landesweit hat nur ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser.
Kein Wunder also, dass die Bevölkerung von Rioco Centro sich zuallererst einen Brunnen wünscht. Bäuerin Angelina Ginofila wird als Leiterin des Wasserkomitees gewählt. Die Mittdreißigerin organisiert die Bauern für den Brunnenbau. Die Kirche kauft Pickel, Spaten und Schaufeln, damit fünf Männer einen acht Meter tiefen Schacht graben können. Auch Zement für die Brunnenfassung, Eimer und Seile bezahlt der "Brot für die Welt"-Partner, doch den Bau besorgen die Dorfbewohner selbst.
Demokratie will gelernt sein
Neu ist für sie, dass sie gemeinsam und eigenverantwortlich demokratische Entscheidungen treffen. Das müssen die Menschen in Rioco Centro mühsam lernen, denn der Krieg hat jedes gemeinschaftliche Engagement erstickt. Immer noch gibt es eine tiefe Kluft zwischen MPLA- und UNITA-Anhängern. Umso wichtiger ist es, dass die evangelische Kirche Angolas bei ihrer Entwicklungsarbeit in den Dörfern auf gemeinsame und demokratische Entscheidungen setzt