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Bolivien

Bio-Kakao macht groß und stark

In Bolivien leben auf einer Fläche etwa dreimal so groß wie Deutschland circa 10 Millionen Menschen. 

Ein wichtiges Exportprodukt Boliviens ist der Kakao. Der Ökoanbau der Bohnen ist beliebt die Kleinbauern.

Prüfend lässt Pedro Condore die braunen Bohnen durch seine Finger gleiten. Die Qualität stimmt.

Nicolás Mollo von der Kakaobauerngenossenschaft El Ceibo berät bei Anbau, Ernte und Pflege der Plantagen.

Mitte der 80er-Jahre begannen die Bauern, ihren Kakao im Rahmen des Fairen Handels zu exportieren.

Auf Versuchsplantagen experimentieren Agrarbiologen mit neuen Züchtungen.

Die Bauern pflanzen auf ihren Plantagen Obst- und Edelholzbäume, um Schädlinge natürlich zu bekämpfen.

In der Fabrik von El Ceibo wird Kakao zu Kakaopulver, -butter, Schokolade und Pralinen verarbeitet.

Ein Drittel der Produkte von El Ceibo wird inzwischen im eigenen Land in Bio-Supermärkten abgesetzt.

"Brot für die Welt" fördert mit knapp 120.000 Euro für drei Jahre die kleinbäuerliche Landwirtschaft.

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Was kostet wieviel?
Schulungsmaterial für 35 Kakaobauern
€ 20
Eintägiger Workshop für zehn Personen
€ 50
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Die Nachfrage nach Bioprodukten ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Dank des Fairen Handels ist der Ökoanbau von Kakao inzwischen auch für Kleinbauern in Bolivien eine attraktive Alternative. Ihr Bio-Kakao wird auch nach Deutschland exportiert.

Prüfend lässt Nicolás Mollo die braunen Bohnen durch seine kräftigen Finger gleiten. Er nickt anerkennend, die Qualität stimmt. Mollo ist Sekretär des Verwaltungsrats von El Ceibo, der Genossenschaft der Kakaobauern in Alto Beni. Aus dieser Region Boliviens stammen zwei Drittel der gesamten Kakaoproduktion Boliviens – knapp 4000 Tonnen. Seit seiner Gründung 1977 hat sich El Ceibo zum wichtigsten Interessensverband der bolivianischen Kakaowirtschaft gemausert. "Am Anfang stand die Idee, die Bohnen gemeinsam zu vermarkten und so einen besseren Preis zu erzielen", erzählt Mollo. Zuvor hatten die Bauern ihre Bohnen an Zwischenhändler verkauft – zu Niedrigpreisen, die ihnen von diesen diktiert worden waren. Mitte der 80er Jahre begannen die Kakaobauern ihre Bohnen im Rahmen des Fairen Handels zu exportieren. Fairhandelshäuser wie die GEPA garantieren ihnen seitdem einen sicheren Absatzmarkt und einen fairen und stabilen Preis.

Umstellung auf Bio-Anbau
El Ceibo ist auch treibende Kraft des Dachverbands der bolivianischen Biobauern AOPEB, der von "Brot für die Welt" unterstützt wird. Verbandsziel ist es, die ökologische Produktion zu steigern und Bio-Produkte besser zu vermarkten. Bereits 1987 wurde die erste Palette Bio-Kakao nach Kalifornien exportiert; heute ist das Gros der Produktion organisch. Sekretär Mollo erläutert: "Insekten bekämpfen wir durch das Ausbringen von Nützlingen, gedüngt wird mit selbst angelegtem Kompost." Zudem beschert der Faire Handel von Bio-Kakao den Bauern ein deutlich höheres Einkommen. Für eine Tonne Kakaobohnen aus biologischem Anbau erhalten sie derzeit 3.500 US-Dollar. Der Weltmarktpreis für Kakao liegt dagegen nur bei 2.500 US-Dollar.

Vorbildliches Ausbildungsprogramm
Ein Teil des Überschusses, den die Genossenschaft dank des fairen Preises erwirtschaftet, wird in ein vorbildliches Ausbildungs- und Trainingsprogramm investiert. Erfahrene Landwirte geben ihr Wissen an ihre Nachbarn weiter. Und noch etwas kann El Ceibo seinen Mitgliedern aufgrund des Fairen Handels bieten: Alle Genossen erhalten im Krankheitsfall einen Arztkostenzuschuss und im Alter eine kleine Rente – etwas, was in Bolivien alles andere als selbstverständlich ist.

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