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Südafrika

Zirkus der Zuversicht

Akrobatik erfordert Vertrauen in sich und in andere. Foto: Trevor Samson

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Ein Satz Jonglierbälle
€ 5
Monatsgehalt eines Zirkustrainers
€ 50
Turnmatten und Kostüme für eine Zirkustruppe
€ 100
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Das Leben ist ein Drahtseilakt – und nicht allen gelingt es, die Balance zu halten. In Südafrika spüren das schon die Jüngsten: Viele Kinder und Jugendliche in den Townships sind traumatisiert. Sie haben Gewalt und Missbrauch erlebt, werden von den Eltern vernachlässigt oder von anderen gemieden, weil sie HIV-positiv sind. Ungezählte junge Leute in Südafrika wissen nur zu gut, wie sich Schwäche und Verunsicherung anfühlen.

Mit einem besonderen Programm schafft die 1994 gegründete Hilfsorganisation Sinani Perspektiven für Kinder und Jugendliche in den Townships. In Mshayazafe, 25 Kilometer nordöstlich von Durban, lernen Jungen und Mädchen, mit ihren Begabungen Teil eines Zirkusprogramms zu sein. In der Manege zeigen sie Akrobatik, Jonglage und Kunststücke. Sozialarbeiter Jesus Hlatshwayo erklärt, warum das funktioniert: "Wir zeigen den Kids ihre Talente, wir stärken ihr Selbstvertrauen und ihre Ausdauer." Sein Motto: "Es gibt immer Hoffnung, man muss sie nur suchen."

In der Zulu-Sprache bedeutet "Sinani" "Wir sind bei dir". Das "Wir" steht auch beim Zirkus im Mittelpunkt. Jesus Hlatshwayo sagt: "Dort erleben die Kinder sofort ein Gemeinschaftsgefühl, sie gehören wieder dazu." Das schärfe den Blick für den anderen – und entspanne, um über die eigenen Probleme und mögliche Lösungen nachzudenken. Die Hilfsorganisation zeigt mit ihrem Angebot Wege aus den kleinen und großen Krisen des Lebens, erklärt der Sozialarbeiter. Sinani bietet Hilfe bei den Hausaufgaben, gibt Tipps für den Familienhaushalt und die persönliche Hygiene und hat auch Psychotherapie im Angebot.  Jesus Hlatshwayo fasst seine Arbeit so zusammen: "Es ist ein sozialer Zirkus, der in die Arbeit von Sinani eingebettet ist."

Die Hilfsorganisation vor den Toren Durbans arbeitet daran, dass Menschen mit Hoffnung in ihre Zukunft blicken können. Sie setzt sich dafür ein, die Verbreitung des HI-Virus zu stoppen und Aids-Kranke umfassend zu behandeln. Sie will, dass es in der Gemeinschaft weniger Gewalt gibt. Programme zur Wirtschaftsförderung sollen Wege aus der Armut zeigen. Für Jesus Hlatshwayo vereint der Zirkus diese drei Arbeitsbereiche: "Wir können die Kinder kaum  besser erreichen als über die Manege."

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