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Unter den 25.000 Fachleute bei der Internationalen Aids-Konferenz in Wien im Juli 2010 war auch Marcia Marinho aus Brasilien. Sie vertritt die Organisation GAPA, die in dem lateinamerikanischen Land seit 22 Jahren zu HIV und Aids aufklärt und Betroffene unterstützt. In Wien informierte die Aktivistin über die Arbeit ihrer Organisation, die zu den Partnern des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ zählt. Ein Fazit dabei: Die Aktivisten müssen mit der Zeit gehen, sonst verpassen sie den Anschluss.
Die Immunschwäche, entdeckt in den 80er-Jahren, ist erwachsen geworden – und Organisationen wie GAPA mussten lernen, dass auch bei der Aufklärungsarbeit die Zeit nicht still steht. Marinho blickt zurück: „Wir haben zum Beispiel darauf reagiert, als die Epidemie immer weiblicher wurde.“ Damals habe GAPA festgestellt, dass immer mehr Frauen von HIV und Aids betroffen waren. Und auch als es darum ging, Jugendliche ins Boot zu holen, fanden die Mitarbeitenden neue Mittel und Wege: „Das war der Moment, in dem wir zum ersten Mal Kunst als Bildungsinstrument eingesetzt haben.“
Einmalig in Brasilien: Aufklärungskamapgnen in den Massenmedien
Mit der Bereitschaft, Neues zu versuchen, gelang GAPA ein besonderer Coup. Marinho berichtet: „Wir machen jedes Jahr eine große Aktion mit den Massenmedien. Ich glaube, das ist einmalig in Brasilien.“ Seit 16 Jahren produzieren die Aktivisten mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums Kampagnen über die Themen HIV und Aids. Die Beiträge seien in vielen Medien zu sehen oder zu hören – im Fernsehen, im Radio, in Kinos und in Zeitungen. Diese Aktionen seien erfolgreich. Marinhos Fazit: „Wir haben damit bewirkt, dass auch Menschen, die sich sehr vom Thema Aids distanziert haben, nun erreicht werden.“
GAPA reicht das Wissen weiter
Grenzen überwinden – das gelingt GAPA auch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Über die Grenzen der anderen Länder Lateinamerikas hinweg bringt die brasilianische Basisorganisation Aktivisten, Aufklärer und Fachleute zusammen, damit sie der Aids-Epidemie nicht hilflos gegenüberstehen. Marinho erklärt: „Wir helfen den anderen Organisationen, bringen bestimmte Methoden und Kenntnisse ein, damit diese Organisationen später selbst mit ihren eigenen Mitteln etwas gegen die Epidemie tun können.“
Neue Wege: Lernen per Internet über Grenzen hinweg
Diese Arbeit in Lateinamerika geht weiter, und auch für die Aids-Konferenz hatte Marinho etwas Neues im Gepäck: In Wien stellte sie eine neue Webseite für Fernstudien über das Internet vor. GAPA und alle Partner haben gemeinsam daran gearbeitet. Die Präsentation bei der Konferenz war der Startschuss für einen neuen Abschnitt in der Bildungsarbeit der Organisation.