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Äthiopien

Wasser marsch!

Dank der neuen Bewässerungskanäle können die Bauern aus Jarso nun auch die Felder in der Ebene bebauen. Foto: Helge Bendl

Wegen der häufigen Dürren konnten die Konso bisher keinen Sesam anbauen. Nun wächst er prächtig. Foto: Helge Bendl

500 Frauen und Männer graben an einem insgesamt 1,2 Kilometer langen Bewässerungskanal. Foto: Helge Bendl

Mit den Wehren kann das Wasser der kurzen Regenzeit optimal genutzt werden. Foto: Helge Bendl

Schon bald wird dieses trockene Land durch Bewässerungskanäle fruchtbar gemacht. Foto: Helge Bendl

Mit 50 Kilogramm Mais auf dem Rücken marschiert Kale Godana zwölf Kilometer zum Markt. Foto: Helge Bendl

Die Dörfer und Felder der Konso liegen auf den Hügeln. Foto: Helge Bendl

Hagaia Gelsimo (2. v. r.) begeisterte ihre Mitmenschen für das von "Brot für die Welt" geförderte Projekt. Foto: Helge Bendl

"Am Ende werden wir die Ernährung von etwa 100.000 Menschen sichern", erklärt Projektleiter Toraito Kussia. Foto: Helge Bendl

Der Maisanbau läuft so gut, dass Galuto Gahano seine Kinder sogar auf ein College schicken kann. Foto: Helge Bendl

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Jahrelang kämpften sie vergeblich gegen die Dürre im Süden Äthiopiens. Doch mit Hilfe der Mekane Yesus Kirche befreien sich die Konso nun aus ihrer Not und ringen dem trockenen Busch viele tausend Hektar Land ab. Dank eines kilometerlangen Netzes von Bewässerungskanälen haben bald rund 100.000 Menschen dauerhaft genug zu essen.

Die Sinfonie der Schaufeln kann man lange hören, bevor man sie endlich sieht. Hundertfach trifft Metall auf Sand, sorgt für an- und abschwellendes Knirschen, untermalt von anfeuerndem Gesang. Die Quelle dieser Komposition liegt versteckt hinter dem goldgelben Meer an Maispflanzen, an denen prächtige Kolben reifen. 500 Frauen und Männer des Volkes der Konso graben hier im südlichen Äthiopien an einem Kanal von gigantischen Ausmaßen: 1,2 Kilometer lang, drei Meter tief, drei Meter breit. Halgete Orano, Vorsitzender der Bauernvereinigung von Jarso, wischt sich mit dem T-Shirt den Staub vom verschwitzten Gesicht: „Früher hätten wir Probleme gehabt, Helfer zu finden, die so hart und so schnell arbeiten können wie wir heute. Die Leute waren dünn wie ein Grashalm.“

„Alle litten an Hunger“

Die Dörfer der Konso hängen wie Schwalbennester an den Bergkuppen, darunter liegen ihre Felder. Terrassenförmig angelegt nutzen sie das spärliche Regenwasser optimal aus und verhindern die Erosion der dünnen Humusschicht. Doch in den letzten Jahrzehnten wuchsen Mais und Sorghum immer schlechter: Dürren sorgten für häufige Ernteausfälle, der Boden war ausgelaugt. „Alle litten an Hunger“, erinnert sich Halgete Orano. „Statt drei Mal am Tag wurde nur noch einmal gegessen. Und an manchen Tagen überhaupt nicht mehr.“

Doch die Konso gaben sich nicht einfach geschlagen. „Wir haben versucht, auch auf unserem traditionellen Besitz im Flachland Mais anzubauen. Es war dort aber viel zu trocken – wir konnten nur Kühe und Ziegen grasen lassen.“ Die Flüsse führen nur nach den beiden kurzen Regenzeiten Wasser, das ungenützt in die Ebene floss. Mit den selbstgebauten Wehren aus Ästen und Gestrüpp ließ es sich nicht umleiten.

Unterstützung durch Experten

Also wandten sich die Bauern an ihren ehemaligen Grundschullehrer, der inzwischen für das Entwicklungsprogramm der Mekane Yesus Kirche arbeitete. Mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ und der Beratung von Ingenieuren entstand ein beeindruckendes Projekt zur Bewässerung der Felder. Dank der fast 50 Kilometer Kanäle, die sie in Handarbeit gegraben haben, können die Bauern nun auf 4.000 Hektar Mais anbauen. Bald soll sogar die Ernährung von 100.000 Menschen gesichert werden – nicht nur durch den Anbau von Mais, sondern auch durch den Verkauf von Chili, Sesam und Tomaten, die wegen des Wassermangels bisher nicht angebaut werden konnten.

Äthiopien: Ohne Wasser kein Leben
Länge: 7:47 min

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