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Mexiko

Mais ist nicht gleich Mais

Die Bauern in Tlaxcala kennen 332 verschiedene Maissorten und -varietäten. Foto: Christof Krackhardt

"Unser Mais hat die Wettererfahrung von Tausenden von Jahren genetisch gespeichert", meint Bauer Erasmo Aguilar (links). Foto: Christof Krackhardt

Eugenia García (Mitte) präsentiert ihre in der Tradition der Maya hergestellten Naturheilmittel. Foto: Christof Krackhardt

Mit alten Maissorten und nachhaltigen Anbaumethoden erzielt Ariel Molina überdurchschnittlich hohe Erträge. Foto: Christof Krackhardt

In der Tradition der Mayas werden Bohnen, Kürbisse und Mais gemeinsam auf einem Feld angebaut. Foto: Christof Krackhardt

GVG möchte die Menschen in Tlaxcala von den Vorteilen einer nachhaltigen Landwirtschaft überzeugen. Foto: Christof Krackhardt

Die Kleinbauern weigern sich, ihre Tortillas mit genetisch verändertem Mais zuzubereiten. Foto: Christof Krackhardt

Die Mitarbeitenden von GVG testen regelmäßig, ob sich in ihrer Gegend genetisch veränderter Mais ausbreitet. Foto: Christof Krackhardt

Die Abgeordnete Ana Lilia Rivera unterstützt das von GVG geforderte Verbot, genetisch veränderten Mais anzubauen. Foto: Christof Krackhardt

Auf einem Feld bei Vicente Guerrero werden grüne Tomaten geerntet. Foto: Christof Krackhardt

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Im mexikanischen Bundesstaat Tlaxcala wird seit Tausenden von Jahren Mais angebaut. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es auf so engem Raum so viele Sorten. Doch deren Bestand ist durch den schleichenden Vormarsch von genverändertem Saatgut gefährdet. Die Gruppe „Vicente Guerrero“ setzt sich für den Erhalt der Maisvielfalt und die Interessen der Kleinbauern ein.

Mais ist nicht gleich Mais. Auch auf Ariel Molinas Feld gedeihen diverse Sorten. Es steht besonders voll, voller als die der Nachbarn. „Heute ernte ich deutlich mehr als vor zehn Jahren“, sagt der 40-Jährige. Bis zu vier Tonnen erzielt Molina auf einem Hektar, das ist doppelt so viel wie der mexikanische Durchschnitt. Damit hat er genügend für die Familie und kann sogar Überschüsse verkaufen.
In Tlaxcala sind solche Erträge alles andere als selbstverständlich. Viele Kleinbauern können von der Landwirtschaft nicht mehr leben und wandern deshalb in die USA aus. Bauer Molina hat das nicht nötig. Zu verdanken hat er seine guten Erträge der Zusammenarbeit mit der Gruppe „Vicente Guerrero“ (GVG), die seit über 15 Jahren von „Brot für die Welt“ unterstützt wird. Die Kleinbauernorganisation fördert in Tlaxcala den nachhaltigen Anbau von Mais, mit wechselnden Fruchtfolgen, mit Biodünger und ohne chemische Pflanzenschutzmittel. Vor allem aber setzt sie auf die eigenen, jahrtausendealten Sorten. Doch diese sind bedroht.

Furcht vor Genmais aus den USA

„In unserem Dorf ist die Furcht vor dem Genmais groß“, sagt Bauer Erasmo Aguilar, 33. In den letzten Jahren wurden in Mexiko an mehreren Orten gentechnisch veränderte Maispflanzen entdeckt. Laut dem „Gesetz zur Biosicherheit“ sind sie verboten. Doch die Verordnung bietet viele Schlupflöcher, und selbst wer gegen sie verstößt, kommt in Mexiko ungeschoren davon. Möglich ist der schleichende Vormarsch des Genmaises, weil die Kleinbauern in Mexikos Politik nicht viel Gewicht haben. Zwar leben drei Millionen Menschen vom Mais, die meisten in Subsistenzwirtschaft. Doch Einfluss in Parlament und Regierung haben die wenigen Großproduzenten im Norden des Landes.

Die Gruppe „Vicente Guerrero“ hat daher eine Gesetzesinitiative gestartet. Sie sieht vor, Tlaxcala als frei von gentechnisch veränderten Organismen zu erklären. Zudem würde das Gesetz die Regierung des Bundesstaates verpflichten, die Kleinbauern zu unterstützen – also diejenigen, die die traditionellen Sorten hegen und pflegen. In Mexikos Landwirtschaftspolitik wäre das eine Trendwende.

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