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Guatemala

Mutter und Kind sollen leben

Die Hebamme Teresa Coy untersucht Maria Luisa Teyul, die bald ihr elftes Kind bekommen wird. Foto: Frank Schultze

"Würden wir uns alle ausgewogen ernähren, gäbe es bei uns weniger Krankheiten", erklärt Gesundheitspromotor Guillermo Cucul. Foto: Frank Schultze

Traditionelle Hebammen wie Thelma Maxlatz (rechts) unterstützen die Mütter auch nach der Geburt. Foto: Frank Schultze

Um die Schwangeren in den abgelegenen Dörfern zu erreichen, müssen die Hebammen teils weite Wege zurücklegen. Foto: Frank Schultze

Wenn sich Thelma Maxlatz nicht um Schwangere oder Kinder kümmern muss, arbeitet sie an ihrem Webstuhl. Foto: Frank Schultze

Von den elf Millionen Einwohnern Guatemalas wohnen zwei Drittel auf dem Land. Foto: Frank Schultze

In dem Dorf Tamahú betreibt ASECSA eine Apotheke und eine kleine Gesundheitsstation. Foto: Frank Schultze

Im Garten von ASECSA werden Pflanzen für die Herstellung traditioneller Naturheilmittel angebaut. Foto: Frank Schultze

In einem modernen Labor produziert ASECSA Naturheilmittel in der Tradition der Maya. Foto: Frank Schultze

Mit Hilfe der Hebamme Ana María Chalí hat María Teresa Cortez ein gesundes Kind zur Welt gebracht. Foto: Frank Schultze

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Im Hochland Guatemalas kommen die meisten Kinder zu Hause zur Welt. Unterstützt werden die Gebärenden in der Regel von traditionellen Geburtshelferinnen. Die Organisation ASECSA bildet die Hebammen weiter und hilft so, Leben zu retten.

María Luisa liegt auf dem Bett, ihr Schlafzimmer ist nicht größer als zwei mal zwei Meter. Die Wände aus Lehm und Zuckerrohr sind mit Zeitungen beklebt, das soll den kalten Wind draußen halten – ganz gelingt das nicht. In wenigen Wochen will die 44-Jährige ihr 11. Kind zur Welt bringen. „Es ist alles in Ordnung“, sagt Hebamme Teresa Coy beruhigend, nachdem sie der Schwangeren den Bauch abgetastet und sie ein wenig massiert hat.

Hausgeburten sind die Regel

In den ländlichen Gegenden Guatemalas kommen viele Kinder einfach so auf die Welt. Ohne Glückwünsche und Blumen, ohne Geschenke und Spielzeug. Manchmal gibt es nicht einmal Wasser und Strom. Bei der Geburt werden die Mütter häufig von traditionellen Geburtshelferinnen begleitet, deren medizinisches Wissen oft mangelhaft ist. Dieser Brauch hat sich auch deshalb erhalten, weil ein staatliches Gesundheitswesen vielerorts nicht vorhanden ist – und weil sich viele Familien den Gang in ein Krankenhaus nicht leisten können. So kommt es, dass von 1.000 guatemaltekischen Kindern zehn bei der Geburt sterben. Fast noch erschreckender ist die Sterblichkeit von Müttern: von 100.000 Frauen überleben 290 die Geburt ihrer Kinder nicht.

Wissen anwenden und weitergeben

Teresa Coy hat selbst acht Kinder zur Welt gebracht; fünf davon sind früh gestorben, an ganz gewöhnlichen Krankheiten. Im Alter von 36 Jahren nahm die heute 62-Jährige dann an einem der ersten Kurse der Asociación de Servicios de Salud (ASECSA) teil, einer langjährigen Partnerorganisation von „Brot für die Welt“. Die bildet seit mehr als drei Jahrzehnten traditionelle Geburtshelferinnen weiter. Auf dem Ausbildungsplan stehen Themen wie Ernährung, Sozialkunde und ökologische Landwirtschaft – und natürlich medizinisches Fachwissen. Seitdem weiß Teresa, wie wichtig sterile Instrumente sind, wie sie Anzeichen für Komplikationen bei der Geburt rechtzeitig erkennen kann und welche Medikamente und Naturheilmittel gegen landläufige Krankheiten wie Grippe oder Durchfall helfen.

Guatemala: Hebammen retten Leben
Länge: 3:54 min

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